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Der Artikel beschreibt ein Unterrichtsprojekt für Medizinstudierende im vorklinischen Studienabschnitt, das in Kooperation zwischen den Abteilungen Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Allgemeinmedizin durchgeführt wurde. Das Ziel des Vorhabens besteht in einer Förderung klinischer Fertigkeiten bezüglich Anamnese-Erhebung und Gesprächsführung. Nach einem Einführungskurs, der Patienten-Simulationen, Rollenspiele und Video-Demonstrationen beinhaltete, führten die Studierenden bis zu drei Gespräche mit zumeist älteren chronisch kranken Patienten. Nach jedem Patientenkontakt fand eine Supervision statt, die der Reflektion sowohl des Gesprächsverlaufes als auch der psycho-sozialen Situation des Patienten diente. Abschließend fertigten die Studierenden eine schriftliche Falldokumentation an. Mittels eines Fragebogens evaluierten die Studierenden am Ende die Veranstaltungen hinsichtlich Lernerfolg, Relevanz, Didaktik und Organisation. Die Daten von 173 Studierenden (Rücklaufquote 96 %) zeigen eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit mit den genannten Aspekten. Kritische Äußerungen beziehen sich auf das Fehlen von aufbauenden Lehrveranstaltungen zum gleichen Thema sowie auf die Tatsache, dass aus Kapazitätsgründen nicht alle Studierenden eines Jahrgangs an dem Unterrichtsprojekt teilnehmen konnten.
The article describes a collaboration between the departments of Medical Psychology, Psychosomatic Medicine, and Family Medicine in a course offered to medical students at the beginning of their professional training. It aims at the augmentation of clinical skills in history taking and interviewing. After introductory sessions that include patient simulations, modelling of behaviour and contingent feedback, students conduct up to three interviews with patients who suffer from a chronic medical condition. After every patient contact they participate in a supervision session in order to reflect both the interview techniques applied and the psychosocial situation of the patient. Finally, the students deliver a written case report. At the end of the training, they filled in a questionnaire asking them to evaluate the organisation and structure of the classes, the educational skills of the staff, and their own cognitive and behavioural achievement. Data from 173 students (response rate: 96 %), collected over a period of three years, demonstrate a high level of satisfaction. Critical points mentioned were the lack of subsequent classes on the same topic and the fact that for capacity reasons only a small ratio of the students was given the opportunity to participate in the training.
Die Prävalenz chronischer Organerkrankungen ist auch aufgrund der Altersentwicklung der Gesellschaft zumindest in den Industrienationen im Steigen begriffen und hat ihr Maximum sicherlich noch nicht erreicht. Dies führt zu einer steigenden Zahl von Patienten, die als Folge einer Organerkrankung kognitive Defizite und affektive Störungen aufweisen. Die medizinische Neuropsychologie befasst sich mit den Beziehungen zwischen Pathogenese der Organerkrankung, den daraus resultierenden Krankheiten, den Auswirkungen auf das Gehirn und den Folgen auf neuropsychologische Funktionen sowie den vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den aufgeführten Vorgängen. Diese Prozesse werden anhand von Befunden zur hepatischen Enzephalopathie exemplarisch erläutert.
The prevalence of chronic disease primarily increases due to the age structure of the population. This is the case at least in the industrial countries. It has certainly not reached its maximum yet. This development leads to an increasing number of patients who exhibit cognitive deficits and affective alterations as a consequence of organ dysfunction. Medical neuropsychology is concerned with the relationship between the pathogenesis of chronic illness, underlying organ defects, and their effects on the brain, resulting in neuropsychological deficits as well as their multiple interactions. In particular, findings from research on liver cirrhosis and hepatic encephalopathy exemplify these factors.

Körperliche Aktivität übt positive Effekte sowohl auf die körperliche Leistungsfähigkeit wie auf die psychische Gesundheit aus. Bisher liegen nur wenige Studien über langfristige Effekte eines rehabilitativen Sportprogramms für Krebspatienten auf Variablen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität vor. In der vorliegenden Arbeit wurden langfristige Effekte nach einem bewegungstherapeutischem Trainingsprogramm bei Brustkrebspatientinnen untersucht. 28 Patientinnen mit nichtmetastasierten Mamma-Karzinom nahmen zweimal wöchentlich an einer strukturierten zehnwöchigen Bewegungstherapie teil. Die Patientinnen füllten vor (t1) und nach (t2) der Intervention Fragebögen zur Einschätzung ihrer Lebensqualität aus und unterzogen sich zu den gleichen Zeitpunkten einer sportmedizinischen Untersuchung. Ein Jahr danach (t3) konnten 26 der Teilnehmerinnen katamnestisch untersucht werden. Die Bewegungstherapie verfolgte sowohl Ziele auf der sozialen, der emotionalen sowie der motorisch körperlichen Ebene. Die prä/post-Vergleiche ergaben eine Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und eine deutliche Zunahme der körperlichen Fitness. Auch nach einem Jahr zeigten sich noch signifikante Veränderungen großer Effektstärke gegenüber der Baseline. Die Patientinnen führten Verbesserungen von körperlichen und seelischen Beschwerden auch nach einem Jahr auf die Teilnahme an der bewegungstherapeutischen Intervention zurück. Die vorliegenden Ergebnisse sprechen für die Durchführung eines ambulanten bewegungstherapeutischen Rehabilitationsangebotes für Brustkrebspatientinnen und zeigen die zeitliche Stabilität der erzielten Veränderungen.
Physical exercise does not only have positive effects on physical fitness but also on mental health. However, little attention has been focused on long term effects of rehabilitation programms based on physical exercise in cancer patients. In this paper, we investigated long term effects of such an intervention in breast cancer patients and their stability. 28 women with non-metastatic mamma carcinoma participated in a 10 week structured exercise rehabilitation program twice a week. Subjects completed questionnaires on quality of life before (t1) and after (t2) intervention and concurrently underwent physical examination and bicycle ergometry. At one year follow up (t3), 26 subjects returned a completed katamnestic questionnaire. The rehabilitation training focused on social, emotional, and motor physical functioning. Pre-post comparisons demonstrated improvement in quality of life and physical fitness. At follow up, effects on quality of life remained stable as scores were still significantly higher than prior to intervention. Subjects attributed the achieved improvements in physical and emotional problems to the participation in the trainig programm. Findings strongly indicate enhancing and stable effects of such interventions on quality of life in breast cancer patients.
Hintergrund: Annahmen über die psychische Entwicklung im Krankheitsverlauf und über die Bedeutung des sozialen Netzes beeinflussen die Auswahl betreuungsbedürftiger Krebspatienten. Forschungsarbeiten zur Ermittlung des Betreuungsbedarfs von Tumorpatienten basieren selten auf spezifischen Erhebungsinstrumenten. Anhand des bisher kaum beachteten Psychosocial Needs Assessment Survey sollen Unterschiede in psychosozialen Bedürfnissen bei Patienten mit unterschiedlichem Erkrankungsstatus im Zusammenhang mit der wahrgenommenen sozialen Unterstützung untersucht werden. Material und Methoden: Von 127 rekrutierten stationären Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen konnten bei 78 Patienten der psychosoziale Interventionsbedarf, die wahrgenommene soziale Unterstützung, soziodemographische und medizinische Daten ermittelt werden. Er-gebnisse: Ein großer Anteil der befragten Patienten berichtete über Belastungen und psychosoziale Bedürfnisse, die gezielte Interventionen notwendig erscheinen lassen. Patienten im Rezidiv, Progress oder in stabiler Phase ihrer Erkrankung wiesen einen höheren Betreuungsbedarf in den Skalen Informationsbedürfnisse, Praktische Bedürfnisse und Spirituelle Bedürfnisse auf als Patienten in Remission und nahmen weniger soziale Unterstützung in ihrer persönlichen Umgebung wahr. Soziale Unterstützung erwies sich als signifikanter Prädiktor für verschiedene Bedürfnisskalen. Schlussfolgerung: Der Psychosocial Needs Assessment Survey erwies sich als geeignetes und sensitives Instrument zur Erfassung von Patientenbedürfnissen. Eine weitere Evaluation des Instruments in größerem Rahmen erscheint sinnvoll. Die Unterschiede zwischen Patienten mit verschiedenem Krankheitsstatus zeigten die Notwendigkeit gezielter psychosozialer Interventionen bei Patienten mit schlechter Prognose.
Background: Identification of cancer patients at risk for severe psychological distress is influenced by assumptions on the psychological development during the course of the illness and the importance of the patient's social network. Current research on the amount of support required by cancer patients is rarely carried out with specific instruments. With the help of the scarcely known Psychosocial Needs Assessment Survey the following study assesses differences in needs for psychosocial intervention of hospitalized cancer patients at different stages of disease. Material and Methods: Data was collected from 78 patients out of a consecutive sample of 127 patients with different cancer diagnoses and included data on psychosocial needs, social support, sociodemographic and medical reports. Results: A large part of the patients report psychosocial needs. Patients not in remission felt less supported by their social network and scored higher in the scales concerning information needs, practical needs and spiritual needs compared to patients in remission. The parameter social support significantly predicted psychosocial needs. Conclusion: The Psychosocial Needs Assessment Survey proves to be a suitable and sensitive instrument for the assessment of patients needs. The different needs of patients in various stages of disease show that specific psychosocial interventions are particularly necessary for patients not in remission.
