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Antezedenzstudien des Substanzgebrauchs sehen im vorangegangenen Konsum den wesentlichsten Prädiktor für das spätere Nutzerverhalten. Persönlichkeitsmerkmalen wird dagegen nur ein geringer Effekt zugemessen. In der vorliegenden Studie wurden die Variablengruppen Substanzgebrauch und Persönlichkeitsmerkmale hinsichtlich ihres antezedenten Einflusses miteinander verglichen. Datengrundlage waren dafür zwei Längsschnitte mit insgesamt 681 Schülerinnen und Schülern, die zum Beginn der Erhebung der 7. bzw. der 9. Klassenstufe angehörten und über einen Zeitraum von zwei Jahren mehrmals befragt wurden. Als Zielgröße der regressionsanalytischen Auswertung diente der berichtete Tabakkonsum, Einflußgrößen waren 8 protektive Personmerkmale sowie der antezedente Konsum. Es zeigten sich substantielle Einflüsse von zwei Protektivvariablen (Abstinenzbereitschaft, Soziale Kompetenz), die bei den Schülerinnen und Schülern der 7. Klassenstufe mehr Varianz aufklärten als der antezedente Konsum. Dieser Befund konnte im Längsschnitt der älteren Schüler nicht kreuzvalidiert werden. Die Ergebnisse werden unter dem Aspekt unterschiedlicher Grundraten und des suchtpräventiven Nutzens diskutiert.
Studies on antecedent factors of substance use detected previous consumption as the most important predictor for later consumption behavior. Personality variables have been interpreted to be less important. In the present study we compared these variables with respect to their impact on tobacco consumption. Between 1993 and 1995 two cohorts were repeatedly assessed. The younger cohort was comprised of 7 th graders and the older cohort of 9 th graders. The data of these longitudinal samples were used in separate regression analyses with antecedent tobacco use and eight protective personality variables as predictor variables. Results for the younger cohort show a substantial effect of two protective factors and a minor effect of antecedent tobacco use. This relative influence of protective factors on later tobacco consumption can not be replicated in the older cohort. Consumption rates in the two cohorts are discussed as a potential intervening variable.
Der Artikel berichtet über ein Projekt zur Gesundheitsförderung im Krankenhaus, dessen Zielgruppe die Beschäftigten aller Berufsgruppen des Klinikums waren. In einer Mitarbeiterbefragung sollten zunächst Bedarf an und Nachfrage nach Maßnahmen zur Gesundheitsförderung bezogen auf einzelne Abteilungen bestimmt und damit Anhaltspunkte für gezielte Interventionen gewonnen werden. Der Fragebogen enthielt Fragen zu Arbeitsbelastungen, Beschwerden, Wohlbefinden und subjektiver Gesundheit sowie zum persönlichen Interesse an verschiedenen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. 1420 von insgesamt 4200 befragten Beschäftigten nahmen an der Befragung teil. Die Ergebnisse zur Belastungsstrukur und zu den Beschwerdenwerten, die im Durchschnitt dem 80 %-Perzentil der Normalbevölkerung entsprachen, machten einen Bedarf an spezifischen Interventionen in bezug auf unterschiedliche Funktionsbereiche bzw. Abteilungen deutlich. Ferner zeigte sich ein starkes persönliches Interesse der Beschäftigten besonders an direkt arbeitsplatzbezogenen, person-, team- oder strukturorientierten Interventionen, während demgegenüber das Interesse an klassischen Gesundheitsthemen wie Ernährung und Bewegung mit Ausnahme der Rückenschule zurückfiel. Gestützt auf die Befragungsergebnisse wurden erste Gesundheitsförderungsmaßnahmen für spezifische Gruppen von Beschäftigten realisiert. Für die Medizinische Psychologie stellt die aktive Mitarbeit an der Gestaltung eines gesundheitsfördernden Krankenhauses eine chancenreiche Herausforderung dar.
A project aiming at health promotion of hospital staff members is described. A survey among all occupational groups was conducted in order to determine specific needs and demands for different health promoting interventions. The questionnaire covered worksite stressors, well-being, physical complaints and subjective health as well as ratings of personal interest in various health promoting activities. 1420 out of 4200 employees participated. Results regarding stressors and average level of physical complaints which corresponds to the 80 % percentile of the normal population clearly indicate a strong need for specific interventions in different clinical departments and occupational groups. Employees also demonstrate a strong interest especially in worksite-based interventions on either the individual, team or structural level. In contrast, employees interest in traditional health issues such as nutrition and physical activity is rather low. Meanwhile, based on the surveys results several health promoting interventions targeted at specific subgroups of employees have been conducted. Engagement in the development of a health promoting hospital is considered a challenging future task for medical psychologists.
Maße für Lebensqualität werden vermehrt als Erfolgskriterien für therapeutische Interventionen herangezogen. Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen sollte geprüft werden, ob die Erfassung der Lebensqualität bei Klinikaufnahme einen zuverlässigen Ausgangswert darstellt, der für die Ableitung von Veränderungsmessungen, z.B. nach Therapie, verwendet werden kann. Bei Patienten der Warteliste einer Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin wurden die drei Fragebögen Alltagsleben AL, Münchner Lebensqualitäts Dimensionen Liste MLDL und Profile of Mood States POMS zwei und einen Monat vor Aufnahme und dann bei Klinikaufnahme ein drittes Mal vorgelegt. 502 Patienten mit verschiedenen chronischen Erkrankungen konnten analysiert werden. In mehreren Subskalen der Fragebögen, insbesondere jenen, die den Bereich des psychischen Wohlbefindens abdecken, zeigen sich bei Klinikaufnahme bereits statistisch signifikante Besserungen. Diese Effekte sind im Vergleich zum Zeitpunkt nach Intervention sehr gering und sind als unabhängig von der Diagnose und der Erkrankungsdauer zu betrachten. Die retest-Korrelationen sind ausreichend hoch und unterstützen die Reliabilität des Meßverfahrens. Aufgrund der Ergebnisse kann die Erfassung der Lebensqualität bei Patienten mit chronischen Erkrankungen zum Zeitpunkt der Klinikaufnahme empfohlen werden. Die Einschränkung der Lebensqualität wird dabei eher unterschätzt, was für die Veränderungsmessung nach Intervention eine konservative Erfolgsbeurteilung zur Folge hat.
Quality-of-Life measures are increasingly used as indicators for the success of therapeutic interventions. The question for this study was to analyze whether the assessment of quality of life at admission to the hospital is a reliable approach for using this measure as baseline with regard to changes after treatment. The study sample was recruited out of the waiting list for a hospital for Traditional Chinese Medicine. 502 patients with different chronic diseases were included. Three questionnaires (Alltagsleben AL, Münchner Lebensqualitäts Dimensionen Liste MLDL and Profile of Mood States POMS) were administered three times to the patients: 2 months and 1 month before admission and at the day of admission to the hospital. In several subdimensions of the questionnaires, especially in those representing the emotional components of quality of life, there are statistically significant improvements already at admission. However, these effects are very small compared to those after treatment, and they are independent from diagnosis and duration of the disease. The retest-correlations are sufficiently high and support the reliability of the measurement. We conclude that the assessment of quality of life on chronically ill patients at admission to the hospital can be recommended. The impairment of the quality of life will be more likely underestimated. This means a conservative evaluation of the success of the treatment on the basis of derived change measures.
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen dem Fremd-rating der Berner Bewältigungsformen und den psychischen sowie psychosomatischen Folgen von Haft und Folter. Dabei gingen wir davon aus, daß die Art und Schwere der Folgen wesentlich von den verwendeten Abwehr- und Bewältigungsmechanismen bestimmt werden. 30 ehemalige politisch Inhaftierte in der sowjetischen Besatzungszone und DDR wurden untersucht. Auf der Basis von Angaben über psychische und psychosomatische Beschwerden sowie die soziale Integration nach Entlassung aus der Haft konnten Untergruppen unterschieden werden. Probanden der ersten Gruppe haben keine oder geringgradige psychische oder psychosomatische Beschwerden, die der zweiten eine deutliche psychische Symptomatik und ausgeprägte psychosomatische Beschwerden bei weitgehend stabiler Persönlichkeitsstruktur, während die dritte ein ausgeprägtes psychisches und psychosomatisches Beschwerdebild in Zusammenhang mit einer strukturell defizitären Persönlichkeit zeigt. Die 3 Gruppen konnten diskriminanzanalytisch durch die Bewäl-tigungsformen unterschieden werden. Auch eine Restriktion auf 11 bedeutsame Bewältigungsformen erlaubte noch eine eindeutige Trennung der drei Gruppen.
The present study deals with correlations between rating of coping modes according to the Bernese Coping Modes assessment and the evaluation of psychic as well as psychosomatic consequences of imprisonment and torture. The starting idea is the assumption that specificity and severity of the consequences depend essentially on de-fence and coping mechanisms used. 30 former political prisoners in the soviet occupation-zone and the GDR were interviewed. On the basis of interview data on psychic and psychosomatic problems as well as social reintegration in the time period after discharge from prison, three subgroups could be dinstinguished. Subjects (Ss) of the first group did not have any or only slight psychic or psychosomatic complaints. Ss of the second group had distinct psychic symptoms and significant psychosomatic complaints with a stable personality structure. Ss of the third group did have significant psychic as well as psychosomatic complaints associated with structural personality deficiency. All three groups could be sep-arated by means of a discriminant analysis according to coping modes. Even the restriction on core coping modes allowed good discrimination of the 3 subgroups.
Die Zusammenstellung der Grundübungen des Autogenen Trainings (AT) erfolgte allein auf der Basis klinischer Erfahrung und rationaler Erwägungen. Untersucht wird, welche der AT-Grundübungen zum Entspannungseffekt beitragen. Von sieben angewandten Grundübungen konnten lediglich die Schwere- und Atemübung als Prädiktoren des Gesamteffekts identifiziert werden. Übungshäufigkeit hatte keine Auswirkung auf den erzielten Entspannungseffekt, Probanden in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung erreichten vergleichbare Entspannungswirkungen. Probanden mit Konzentrationsstörungen erzielten geringere Entspannungseffekte ebenso wie Probanden, die an das AT die Erwartung knüpften, die Besserung psychischer Symptome zu erzielen. Das AT ist eine adjuvante psychotherapeutische Methode, die ohne relevante Einbußen des Entspannungseffekts auf die Grundübungen Atmung und Schwere reduziert werden kann.
The composition of the 7 basic practices of the Autogenic Training (AT) was solely based upon clinical experience and rational considerations. The present study investigates, which parts of the AT do contribute to the relaxation effect. Only heaviness and breathing were identified as predictors of the total relaxation effect. Frequency of practice did not influence the relaxation effect; subjects, who were under psychiatric or psychotherapeutic treatment reached relaxation effects comparable to the remainder of the sample. Ss with concentration problems had lower relaxation effects, as well as Ss who expected improvement of psychic symptoms from AT. AT is an adjuvant technique of psychotherapy, which can be reduced to the basic practices breathing and heaviness without relevant loss of the relaxation effect.
